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Hardy Kettlitz
(Hrsg.):
Alien Contact - Jahrbuch für SF und Fantasy 2002
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Eine Rezension von Nina Horvath
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Bei "Alien Contact" handelt
es sich um ein - ehemals gedruckt erschienenes, jetzt nur noch als
Internetpublikation fortgeführtes Magazin. Das vorliegende Jahrbuch
präsentiert Texte aus den 2002 erschienenen Ausgaben, die auf diese
Weise bequem auf Papier gelesen werden können.
Es ist so voll mit wahren Kleinoden aus dem Bereich der
Science-fiction, dass gar nicht auf alle Beiträge eingegangen werden
kann. Fest steht jedenfalls, dass sich in dieses Buch zu schmökern
auf jeden Fall lohnt. Natürlich gibt es einige Texte, wie
beispielsweise die Kurzgeschichte "Terminiert" von Gerd
Frey, in der ein Computerspiel Realität wird oder "Sigi
Stardusts weise Worte", eine Ansammlung von Zitaten zur
Science-fiction, die möglicherweise keinen wirklichen Durchbruch auf
diesem Genre darstellen, aber immerhin äußerst unterhaltsamen
Lesestoff für zwischendurch bieten.
Wirklich herausragend jedoch in der Fülle von Beiträgen ist Franz
Rottensteiners Essay "Deutschsprachige Science-Fiction
Magazine", das einen recht persönlichen Rückblick darstellt.
Allerdings stören die letzten Sätze das aufkommende, herrlich
nostalgische Gefühl durch die klischeehafte Unterstellung
Rottensteiners, die jungen Leute würden "gar nichts mehr lesen,
höchstens Gebrauchsanleitungen und Handbücher, aber keine
Belletristik und keine Kritik, die umfangreicher als ein paar Zeilen
ist".
Von besonderer Aktualität zeigt sich der immerhin schon 1985 erstveröffentlichte
Artikel "Muß es denn Krieg geben" von Norman Spinrad, in
dem er mit großer Sachkenntnis über verschiedene bedeutende Werke
der SF schreibt, der aber gerade in Zeiten wie diesen von neuer
Aktualität ist und zum Nachdenken anregt.
Genau dazu beflügelt auch die stilistisch hervorragende
Kurzgeschichte "Nachtbrenner" von Myra Çakan, in der
zweifelhafte Heldenverehrung und ein sinnloser Krieg die
Rahmenhandlung bilden. Doch auch unser friedlicher, von den Medien
stark geprägter Lebensstil kommt nicht ohne kritische Beleuchtung
davon. So zeigt "Wenn dich der Bluesman holen kommt" von
Thorsten Küper die Schattenseiten einer solchen Gesellschaft auf und
erzählt von einem "gemachten" Rapstar, der auf dem Höhepunkt
seines Erfolges einen sinnlosen Tod sterben soll, um für seine Fans
zum verehrungswürdigen Märtyrer zu werden.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die meisten Beiträge eher für den
gestandenen Science-Fiction-Fan und weniger für den allgemein an
Phantastik interessierten Leser von Interesse sind. Beiträge, die für
den "Normalverbraucher" geeignet sind, wie etwa
Aufstellungen über die besten Computerspiele, Bücher und Filme des
Jahres, ein Bericht über Star Wars und Interviews mit dem
Erfolgsautor Andreas Eschbach und dem Schauspieler David Duchovny
machen den kleineren Teil des Buches aus und sind überwiegend am Ende
des immerhin über 300 Seiten starken Wälzers - dessen Schrift
obendrein eher klein gehalten ist - konzentriert. Allerdings ist dies
sicherlich kein Kritikpunkt, ganz im Gegenteil sollte man es begrüßen,
dass eine kleinere Zielgruppe voll auf ihre Kosten kommt - denn
durchschnittliche Produkte für ein Massenpublikum gibt es wahrlich
schon mehr als genug.
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