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Meridian 12

Eine Rezension von Nina Horvath

Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es schon lange nicht mehr. Alles, was davon übriggeblieben ist, sind einige Inseln, auf denen Stadtstaaten gegründet wurden und zwischen denen sich die Menschen mit Hilfe von fliegenden Schiffen fortbewegen. Im Zentrum der Handlung steht die junge Sephie, die Tochter des verstorbenen Ministers von Meridian (einer dieser Inseln). Sie sollte die Macht erben, als Zeichen dafür trägt sie ein äußerst auffälliges Mal auf der Stirn. Zudem verfügt sie über außergewöhnliche Kräfte, kann fliegen, durch Berührung heilen und Energiekugeln verschießen.
Ihr Reich liegt in Trümmern, aber immer noch leisten sie und ihre Verbündeten ihrem Feind, der dafür verantwortlich ist, erbitternden Widerstand. Ein fremder Mann taucht unerwartet wie aus dem Nichts auf. Er ist ähnlich wie Sephie gezeichnet und auch er verfügt über besondere Kräfte. Damit ist er ein willkommener Verbündeter für die Rebellen. Allerdings übt er auch einen eher negativen Einfluss auf Sephie aus, die bislang den Krieg unter Schonung möglichst vieler Leben führte, die er aber davon überzeugt, dass dies nicht möglich ist, wenn sie ihren Kampf erfolgreich führen will ...

Die Nummer Zwölf der Comicreihe Meridian präsentiert sich als eine reizvolle Mischung von Gegensätzen. Da sind zum einen die gelegentlich sogar ganzseitig vorliegenden Bilder auf Hochglanzpapier, zumeist in warmen Braun- oder grellen Rot- und Gelbtönen gehalten. Die positiv belegten Hauptpersonen sind allesamt schlank und gutaussehend, der Kitsch gipfelt schließlich in ganze Bilder ausfüllende Darstellungen der strahlend grünen Augen der Heldin des Comics, oftmals sind diese mit Tränen gefüllt.
Neben dieser übertriebene Ästhetik fließen aber noch andere Darstellungen in den vorliegenden Band an: Schmutzige, blutende Menschen in zerrissener Kleidung, die um ihr Überleben kämpfen.
Diese krassen Gegensätze im Zeichenstil passen zum Comic, der offensichtlich als eine Mischung von Fantasy und Endzeit angelegt ist.