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Michael Jan Friedman
Die andere Seite (Star Trek)

Eine Rezension von Nina Horvath
 

 

Was das Staraufgebot betrifft, lässt sich der zeitmäßig vor dem Film „Treffen der Genration“ angesiedelte Roman „Die andere Seite“ sicher nicht lumpen: Die drei wichtigsten noch lebenden Charaktere der alten Enterprise, Spock, Scotty und McCoy treffen hier auf die gesamte Crew der neuen Enterprise (auf eine Wiederbelebung von Kirk wurde Gott sei Dank verzichtet). Sogar für der Nebencharakter Reginald Barclay, aus der Serie bekannt und durch seine zahlreichen Marotten dennoch ein Publikumliebling, musste für eine Szene herhalten- allerdings ist diese für die Handlung so unbedeutend, dass man sie getrost auch hätte streichen können.
Es beginnt damit, dass Spock einer Gruppe von Romulanern die vulkanische Lebensweise zu vermitteln versucht und damit eine spätere Wiedervereinigung der beiden Völker anstrebt. Dabei nervt nicht nur das endlose Herumreden um Logik und Kontrolle über die Emotionen, sondern auch der Umstand, dass Spock nie beim Namen genannt wird, sondern immer nur „der Vulkanier“ oder „Der Lehrer“ ist- sollte damit Spannung erzeugt werden, dürfte das ziemlich schief gegangen sein.
Doch dem romulanischen Reich ist die kleine Gruppe ein Dorn im Auge, sie wird des Verrats beschuldigt und gefangengenommen.
Sogleich starten Spocks alte Freunde unabhängig voneinander zur Rettungsmission: McCoy, inzwischen beinahe hundertfünfzigjähriger Admiral, gesellt sich zu der Crew der neuen Enterprise, deren Mission darin besteht, Spock, der zahlreiche Föderationsgeheimnisse kennt, freizubekommen.
Währenddessen hat Scotty einen aberwitzigen Plan, den er auch tatsächlich durchführt: Er stiehlt ein über hundertjähriges Föderationsraumschiff, das über eine romulanische Tarnvorrichtung verfügt, aus einem Museum. Diese Aktion ist aber tatsächlich so sinnlos, wie sie klingt: Bald ist es Scotty, der selbst aus Gefangenschaft befreit werden muss, worum sich die Offiziere der Enterprise, heldenmütig wie sie sind, natürlich geradezu reißen, bis eine kleine Gruppe mit einem Shuttle aufbricht...
Soweit, so gut. Insgesamt ein ganz passables Star Trek Abenteuer, das, sofern man die Seiten, wo über alle Maßen philosophiert, meditiert und die vulkanische Logik gepriesen wird, ein bisschen schneller überfliegt, jede Menge kurzweiliger Unterhaltung bietet.