Zwar handelt es sich bereits
um den zwölften Band dieser Romanreihe, aber in keiner einzigen
Sekunde kam bei mir das Gefühl auf, mich in einem nicht in sich
geschlossenen Werk zu befinden. Langwierige Erklärungen werden
ausgespart, aber die Handlung fügt sich dennoch zu einem verständlichen
Ganzen. Zwar irritiert es anfangs ein wenig, dass der Roman nicht in
der üblichen Mitvergangenheit, sondern in der Gegenwartsform verfasst
ist, allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran.
In vorliegendem Band geht es
um Lorn, einen jungen Hauptmann, der versetzt wird, um eine Truppe von
Spiegellanzenkämpfern zu kommandieren. Diese sollen den Verwunschenen
Wald daran hindern, sich über die ihn umgebende Mauer auszubreiten.
Schon bald zeigt sich, dass die Aufgabe einem Himmelfahrtskommando
gleichkommt. Dauernd fallen neue Bäume um und können die Mauer
durchbrechen. Aufgabe der Spiegellanzenkämpfer ist es, die sich in
der Baumkrone befindlichen Raubtiere daran zu hindern, zu entkommen.
Wieder und wieder sieht sich Lorn neuen Bedrohungen gegenüber, die er
jedoch den Umständen entsprechend mit geradezu erstaunlichem Geschick
meistert. Die Bedingungen werden dennoch immer schwieriger, Ausbrüche
des Waldes immer häufiger und gleichzeitig werden gefallenen
Lanzenreiter einfach nicht mehr ersetzt, obwohl die Truppe nach und
nach auf die Hälfte zusammengeschrumpft ist und trotz der Erfolge,
die Lorn beim Einsetzen neuer Strategien erzielt, ist seine
Vorgehensweise seinen Vorgesetzten ein Dorn im Auge.
Im Laufe der Handlung tritt zu Tage, dass seine Versetzung
offensichtlich eine Aktion war, um ihn loszuwerden. Er stammt nämlich
aus einer einflussreichen Familie und verfügt selbst über starke
magische Fähigkeiten.
Die Intrigen, die hinter seinem Rücken gesponnen werden, machen es
ihm auch unmöglich, sein Leben mit der Frau, die er liebt, zu
verbringen. Schließlich fasst er jedoch den Plan, sie innerhalb
weniger Urlaubstage in aller Heimlichkeit zu heiraten...
Insgesamt lässt „Freiheit für Cyador“ einen ausschließlich
positiven Eindruck zurück. Das Buch ist von der ersten bis zur
letzten Seite spannend, die detailverliebten, aber niemals langatmigen
Schilderungen geben einem (beinahe) das Gefühl, selbst dabei zu sein.
Nach dieser Lektüre bekommt man auf jeden Fall Lust auf weitere Werke
dieses Autors.