Für sich alleine gesehen,
ist der Beginn dieses Romans ein wenig verwirrend, es fällt nämlich
auf, dass die Geschichte zwar mit Star Trek zu tun hat, aber sehr
viele Namen von Orten und außerirdischen Spezies fallen, die in den
Fernsehserien nie vorkamen. Für den Leser, der die vorangegangenen Bände
nicht kennt, wäre es durchaus hilfreich gewesen, wenigstens ein wenig
zu erklären- ob nun in Form einer kurzen Einleitung oder in die
Handlung eingebaut- wo die Geschichte überhaupt spielt: In einem
abgelegenen Teil unserer Galaxie, in einem anderen Quadranten, einer
anderen Zeit oder vielleicht gar in einem Paralleluniversum?
Fest steht, dass im Zentrum der Geschichte ein geheimnisvoller „Ort
der Stille“ steht, an dem man angeblich sagenhafte Reichtümer und
Unsterblichkeit finden kann. Den Weg dorthin kennt aber nur die junge
Riella, die wohlbehütet auf einem entlegenen Planeten aufwuchs und
der alles in Visionen offenbart wird. Aus heiterem Himmel beginnt eine
regelrechte Jagd nach ihr, besonders die „Hunde des Krieges“, eine
brutale Spezies, die aus einem fehlgeschlagenen genetischen Experiment
entstand, sind hinter ihr her. Zum Glück erscheint der heldenhafte
junge Raumschiffpilot Xyon als Retter in der Not, bei dessen Charakter
so dick aufgetragen wurde, dass es schon wieder unfreiwillig komisch
wirkt: Abgesehen davon, dass er natürlich hochmoralische Maßstäbe
im Kampf ansetzt, ziemlich stark und ausdauernd ist, telepathische Fähigkeiten
hat und mal so nebenbei zwei Gegner gleichzeitig erledigt, indem er
mit jeder Hand ein Messer wirft, erstaunt vor allem die stoische Ruhe,
mit der er dem Tod wieder und wieder von der Schippe springt. Selbst
seine eigene Hinrichtung (der er ganz „überraschend“ doch noch
entkommt), vermag ihn nicht sonderlich aufzuregen und nichts und
niemand kann ihn davon abhalten, wieder einmal einen coolen Spruch wie
etwa: „Natürlich hat jemand versucht, mich umzubringen. Schließlich
ist heute ein ganz normaler Tag.“ loszulassen.
Damit die Leute von der Föderation nicht ganz arbeitslos
danebenstehen, wird im Züge eines anderen Handlungsstranges an Bord
des Raumschiffs „Excalibur“ noch ein bisschen herumgesoapt, wobei
einige Charaktere, die im ersten Teil den Status von Hauptpersonen
hatten, die ganze Action versäumen und erst wieder am Ende Erwähnung
finden- oder überhaupt völlig in der Versenkung verschwinden. Wie
dem auch sei, jedenfalls „dürfen“ ein paar
Sternenflottenoffiziere Xyon bei seiner altruistischen Rettungsaktion
gegen Ende hin doch noch ein wenig zur Hand gehen.
Der Schluss ist eigentlich in jeder Hinsicht eine Enttäuschung,
sowohl was den „Ort der Stille“ betrifft, als auch in Hinblick auf
den so großartig angekündigten Endkampf zwischen Xyon und dem
Oberfiesling aus den Reihen der „Hunde des Krieges“. Zwar ist eine
romantische Szene in einem Science-Fiction Roman keine „Pflicht“-
vor allem, da die Handlung dadurch sehr oft ins Triviale abgleitet-
aber nachdem der Schaden nun mal durch die rührende (?) Bereitschaft
Xyons, das eigene Leben für Riella zu opfern, sowie durch eine an
Peinlichkeit kaum zu überbietende Szene unter den
Sternenflottenleuten, wo ein Liebesgeständnis losgelassen wird,
dieses aber blöderweise den Falschen erreicht, gleicht es einem
Betrug am Leser, dass plötzlich all das vergessen scheint und nicht
einmal mehr in Andeutungen Erwähnung findet. Stattdessen kommen
allerdings alle möglichen Leute zu der Erkenntnis, miteinander
verwandt zu sein!
Alles in allem ist der Roman gar nicht so übel, wenn man es nicht
allzu genau nimmt und man einfach nur ein unterhaltsames Werk lesen
will, das alle klischeehaften Erwartungen an Science-Fiction auch
wirklich erfüllt. - Denn dass das Buch langweilig wäre, ist der
einzige Vorwurf, dem man ihm nicht machen kann.