Der von Wolfgang Jeschke
herausgegebene Band „Auf der Straße nach Oodnadatta“ aus der
Reihe: „Internationale Science Fiction Stories“ vereinigt eine
Vielzahl von sehr unterschiedlichen Erzählungen.
Sehr deutlich wird hier der Einfluss der zunehmenden Genforschung
sichtbar, von dem sich gleich mehrere Autoren dieses Buches
inspirieren ließen.
Schon mit der ersten Geschichte geht es gleich mit gentechnisch
erzeugten Killerpflanzen los, die Geschichte mag zwar nicht gerade berühmt
sein, ist aber immerhin besser, als man es in diesem Fall vermuten würde.
Auch die sehr tragische Erzählung „Zu treuen Händen“ beschäftigt
sich mit diesem Thema. Besondere, fast prophetische Tiefe erhält sie
dadurch, dass die beschriebene Technik der heutigen zwar voraus ist,
aber dennoch nicht gänzlich im Bereich des Unmöglichen liegt.
Ebenfalls in diesem Dunstkreis bewegt sich das titelgebende Werk, in
dem eine ursprünglich tiefgefrorene Frau, deren Nervenmuster um
Kosten für die Erhaltung ihres Körpers zu sparen zu sparen, ohne ihr
eine andere Wahl zu lassen, in einen Computer übertragen werden -
allerdings bekommt sie die Chance auf ein neues Leben in einem
geklonten Körper...
Weniger gelungen hingegen ist „Adam“, worin sich ein aufgetauter
Neandertaler zu einem Computergenie und Medienstar entwickelt, sowie
die zusammenhängenden Geschichten „Atlantis“ und „Ariadne“,
in denen heimkehrende Weltraumreisende am Ende eine herbe Enttäuschung
erleben.
Anders liegt der Fall bei „Panzerfaust“. An und für sich eine
gute Story mit ausgefeilten Beschreibungen und einem überraschendem
Ende. Allerdings ist es nicht nachvollziehbar, wie die Handlung, in
deren Verlauf ein Mann seine Seele im Tausch gegen eine besondere
Waffe dem Teufel übergibt, die Zuordnung in das Genre Science-Fiction
zulässt.
Der Band enthält noch einige andere, allerdings wenig einprägsame
Geschichten und endet mit „Die Welt ist eine Wahrscheinlichkeit“.
Leider handelt es sich dabei um einen nicht gerade krönenden Abschluss.
Abgesehen davon, dass die ursprünglich geniale Idee der Zeitreise und
die Gewissensfrage, ob die Vergangenheit durch Wissen aus der Zukunft
geändert werden darf, inzwischen schon ziemlich abgedroschen ist,
schleppt sich die Handlung auf über 130 Seiten auf äußerst
langatmige Weise dahin.
Insgesamt bleibt die Bewertung des Buches im Mittelfeld, da sich
wirklich geniale und nicht gerade herausragende Geschichten in etwa
die Waage halten.