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Wolfgang Jeschke (Hg.)
Auf der Straße nach Oodnadatta

Eine Rezension von Nina Horvath
 

 

Der von Wolfgang Jeschke herausgegebene Band „Auf der Straße nach Oodnadatta“ aus der Reihe: „Internationale Science Fiction Stories“ vereinigt eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Erzählungen.
Sehr deutlich wird hier der Einfluss der zunehmenden Genforschung sichtbar, von dem sich gleich mehrere Autoren dieses Buches inspirieren ließen.
Schon mit der ersten Geschichte geht es gleich mit gentechnisch erzeugten Killerpflanzen los, die Geschichte mag zwar nicht gerade berühmt sein, ist aber immerhin besser, als man es in diesem Fall vermuten würde. Auch die sehr tragische Erzählung „Zu treuen Händen“ beschäftigt sich mit diesem Thema. Besondere, fast prophetische Tiefe erhält sie dadurch, dass die beschriebene Technik der heutigen zwar voraus ist, aber dennoch nicht gänzlich im Bereich des Unmöglichen liegt.
Ebenfalls in diesem Dunstkreis bewegt sich das titelgebende Werk, in dem eine ursprünglich tiefgefrorene Frau, deren Nervenmuster um Kosten für die Erhaltung ihres Körpers zu sparen zu sparen, ohne ihr eine andere Wahl zu lassen, in einen Computer übertragen werden - allerdings bekommt sie die Chance auf ein neues Leben in einem geklonten Körper...
Weniger gelungen hingegen ist „Adam“, worin sich ein aufgetauter Neandertaler zu einem Computergenie und Medienstar entwickelt, sowie die zusammenhängenden Geschichten „Atlantis“ und „Ariadne“, in denen heimkehrende Weltraumreisende am Ende eine herbe Enttäuschung erleben.
Anders liegt der Fall bei „Panzerfaust“. An und für sich eine gute Story mit ausgefeilten Beschreibungen und einem überraschendem Ende. Allerdings ist es nicht nachvollziehbar, wie die Handlung, in deren Verlauf ein Mann seine Seele im Tausch gegen eine besondere Waffe dem Teufel übergibt, die Zuordnung in das Genre Science-Fiction zulässt.
Der Band enthält noch einige andere, allerdings wenig einprägsame Geschichten und endet mit „Die Welt ist eine Wahrscheinlichkeit“. Leider handelt es sich dabei um einen nicht gerade krönenden Abschluss. Abgesehen davon, dass die ursprünglich geniale Idee der Zeitreise und die Gewissensfrage, ob die Vergangenheit durch Wissen aus der Zukunft geändert werden darf, inzwischen schon ziemlich abgedroschen ist, schleppt sich die Handlung auf über 130 Seiten auf äußerst langatmige Weise dahin.
Insgesamt bleibt die Bewertung des Buches im Mittelfeld, da sich wirklich geniale und nicht gerade herausragende Geschichten in etwa die Waage halten.