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Konrad Schaef
2107 - Vorstoß nach Katai (Raumschiff Promet - Neue Abenteuer

Eine Rezension von Nina Horvath
 

 

Obwohl es sich um eine neue Serie handelt, die auf einer alten basiert, halten sich die Autoren nicht mit langen Erklärungen auf, sondern setzen gleich mitten in der Handlung- so nebenbei bemerkt handelt es sich gleich um eine für solche Romanreihen typisch übertreibende Folterszene- ein.
Zwar ist die Geschichte einfach genug gestrickt, dass man als Leser dem Ablauf der Ereignisse leicht folgen kann, aber eine kleine Zusammenfassung, „was bisher geschah“ sowie ein kurzes Glossar zu offensichtlich neu erfundenen Wörtern hätte den Leuten, die erst mit der neuen Serie in die Geschehnisse einsteigen, auf keinen Fall geschadet.
Die Handlung ist kurz und einfach erzählt: Die Besatzung der alten Promet ist in dem sogenannten Katai- Sektor verschwunden, wie so viele andere Schiffe auch. Niemand weiß, warum und welche Gefahren dort lauern.
Der Großteil des ersten Bandes wird damit eingenommen, dass die Besatzungsmitglieder für ein neues Promet-Raumschiff einzeln zusammengesucht werden, wobei der Großteil erst aus irgendwelchen Schwierigkeiten- Gefangenschaft u.ä.- befreit werden muss. Natürlich dürfen auch ein paar „alte Bekannte“ aus der früheren Romanreihe nicht fehlen, diese sind aber auf eher undankbare Rollen beschränkt. Allgemein sind die Charaktere nicht sonderlich gut entwickelt, einige davon verschwinden so derartig, dass man die Sätze, wo der Name erwähnt ist, getrost rausstreichen könnte, ohne die Handlung zu beeinflussen. Die restlichen Personen sind auf zwei bis drei Eigenschaften reduziert, und vor allem das Frauenbild, das hier vermittelt wird, erscheint mir auch etwas seltsam. Zwar sind diese emanzipiert und man darf sie auch beim Ausführen abstruser außerirdischer Kampftechniken oder im Kampf gegen monströse Killerkäfer erleben- aber das ausschließlich in vorteilhaft geschnittener Kleidung und unter den Blicken bewundernder Zusehern. Außerdem sind es auch die weiblichen Charaktere, die für die schlimmsten Tiefpunkte des vorliegenden Bandes verantwortlich sind, als Beispiel sei lediglich die einfach nur dämliche Szene erwähnt, in der die Bordärztin aus purer Berechnung ein Mitglied der Besatzung verführen will und dabei, da es sich hierbei um einen Cyborg handelt, natürlich auf Granit beißt. (Wer genaueres wissen will, muss schon das Buch lesen*g*)
Schließlich ist die Besatzung komplett. Ihre Mission lautet, die Besatzung der früheren Promet zu retten und so „nebenbei“ noch einige wissenschaftliche Daten über den unbekannten Sektor zu sammeln.
Das Buch endet schließlich damit, dass die Besatzung in besagtem Katai-Sektor auf das Wrack eines außerirdischen Raumschiffes stößt und dieses natürlich- wie sollte es auch anders sein- „klugerweise“ in zwei getrennten Gruppen betritt. Dort machen sie dann eine ganz tolle Entdeckung, die ich nicht verrate, da es sonst restlos keinen Grund mehr gäbe, das Buch zu lesen, aber ich kann jetzt schon so viel sagen, dass ich davon nicht sonderlich überzeugt war und mir mehr erwartet hätte.
Das Buch bietet bestenfalls drittklassige Unterhaltung, die Spannung ist auch mäßig, da viele Ereignisse einfach zu voraussehbar sind. Das einzige, was wirklich mitunter herrlich komisch ist (die im Buch gemachten Witze sind nämlich alles andere als lustig) ist die theatralische Ausdrucksweise aller Beteiligten, die darin gipfelt, dass jeder unbekannte Stern feierlich mit einem Namen bedacht wird oder von Seiten eines kurzfristig auftreten Oberbösewichts Sätze wie: „Kapitulieren Sie. Ich verspreche Ihnen als Gegenleistung einen schnellen, schmerzlosen Tod.“ fallen.