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John Vornholt
Kristallwelt 2

Eine Rezension von Nina Horvath
 

 

Die Kristallwelt, ein fremdartiger Planet, der zu Hause für recht unterschiedliche Lebewesen ist und auf dem Schwerelosigkeit herrscht, gerät durch einen Dimensionsriss in Gefahr. Das zu verhindern, kann nur bewerkstelligt werden, indem die die Kristallwelt schützenden Kraftfelder abgestellt und das sie kontrollierende Netzwerkprogramm neu gestartet wird. Während dieser Zeit hat sich die Enterprise bereit erklärt, die Energie für die Kraftfelder zur Verfügung zu stellen.
Aber ganz so einfach ist das natürlich nicht: Das Programm kann nur abgeschaltet werden, wenn bestimmte Kristalle zusammengebracht werden. Jeder davon ist bei dem Vertreter eines anderen Volkes und beinahe die gesamte Handlung dreht sich darum, dass eine kleine Gruppe aus der Enterprisecrew diese nacheinander abklappert und mit viel Überredungskunst die kostbaren Steine entlockt. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen erweist sich dabei Reginald Barclay, in diesem Roman eindeutige Hauptperson, als besonders wichtig. Dieser dürfte noch aus der Serie bekannt sein, wo er mit Beamphobie, hysterischen Selbstdiagnosen und Holoprogrammsucht für so manches Schmunzeln sorgte, in diesem Buch aber nur gelegentlich ein wenig unsicher und ängstlich wirkt und somit nur noch den Eindruck eines X-beliebigen Langweilers erweckt.
Es enttäuscht ein wenig, dass der Großteil der Handlung nicht auf der Enterprise selbst spielt, sondern sich auf die größtenteils diplomatische Mission eines kleines Außenteams beschränkt, das sich ohne lang zu zögern auf die absurdesten außerirdischen Gebräuche einlässt.
Um die Handlung doch noch ein wenig aufzupeppen, gibt es noch den einen oder anderen, nicht wirklich überraschenden Verrat, eine kleine Liebesgeschichte gehört natürlich auch noch zum Pflichtprogramm und außerdem übernehmen einige Außerirdische gewaltsam das Kommando über die Enterprise. Aus dieser Szene hätte man sicher mehr machen können, ein paar ordentliche Kämpfe, Verfolgungsjagden, trickreiche Ablenkungsmanöver - aber statt einem erbitterten und wendungsreichen Duell charismatischer Charaktere wird der ganze Spuk ebenso schnell, wie er begonnen hat, von einem Trupp farbloser und größtenteils unbekannter Techniker auch schon wieder beendet.
Insgesamt bewegt sich dieser Roman bestenfalls im durchschnittlichen Bereich, gut genug für ein wenig Unterhaltung auf einer langen Zugfahrt, aber sicher kein Buch, das man zwei Mal lesen würde.