Die Kristallwelt, ein
fremdartiger Planet, der zu Hause für recht unterschiedliche
Lebewesen ist und auf dem Schwerelosigkeit herrscht, gerät durch
einen Dimensionsriss in Gefahr. Das zu verhindern, kann nur
bewerkstelligt werden, indem die die Kristallwelt schützenden
Kraftfelder abgestellt und das sie kontrollierende Netzwerkprogramm
neu gestartet wird. Während dieser Zeit hat sich die Enterprise
bereit erklärt, die Energie für die Kraftfelder zur Verfügung zu
stellen.
Aber ganz so einfach ist das natürlich nicht: Das Programm kann nur
abgeschaltet werden, wenn bestimmte Kristalle zusammengebracht werden.
Jeder davon ist bei dem Vertreter eines anderen Volkes und beinahe die
gesamte Handlung dreht sich darum, dass eine kleine Gruppe aus der
Enterprisecrew diese nacheinander abklappert und mit viel Überredungskunst
die kostbaren Steine entlockt. Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen
erweist sich dabei Reginald Barclay, in diesem Roman eindeutige
Hauptperson, als besonders wichtig. Dieser dürfte noch aus der Serie
bekannt sein, wo er mit Beamphobie, hysterischen Selbstdiagnosen und
Holoprogrammsucht für so manches Schmunzeln sorgte, in diesem Buch
aber nur gelegentlich ein wenig unsicher und ängstlich wirkt und
somit nur noch den Eindruck eines X-beliebigen Langweilers erweckt.
Es enttäuscht ein wenig, dass der Großteil der Handlung nicht auf
der Enterprise selbst spielt, sondern sich auf die größtenteils
diplomatische Mission eines kleines Außenteams beschränkt, das sich
ohne lang zu zögern auf die absurdesten außerirdischen Gebräuche
einlässt.
Um die Handlung doch noch ein wenig aufzupeppen, gibt es noch den
einen oder anderen, nicht wirklich überraschenden Verrat, eine kleine
Liebesgeschichte gehört natürlich auch noch zum Pflichtprogramm und
außerdem übernehmen einige Außerirdische gewaltsam das Kommando über
die Enterprise. Aus dieser Szene hätte man sicher mehr machen können,
ein paar ordentliche Kämpfe, Verfolgungsjagden, trickreiche
Ablenkungsmanöver - aber statt einem erbitterten und wendungsreichen
Duell charismatischer Charaktere wird der ganze Spuk ebenso schnell,
wie er begonnen hat, von einem Trupp farbloser und größtenteils
unbekannter Techniker auch schon wieder beendet.
Insgesamt bewegt sich dieser Roman bestenfalls im durchschnittlichen
Bereich, gut genug für ein wenig Unterhaltung auf einer langen
Zugfahrt, aber sicher kein Buch, das man zwei Mal lesen würde.