Startseite

Veröffentlichungen

Vorschau

News

Leseproben

Hörproben

Bildergalerie

Presse und mehr

Rezensionen

Links

Kontakt

Lesungen

Blog

Gästebuch

Dieter Winkler
Das magische Reich

Eine Rezension von Nina Horvath
 

 

Bei dem vorliegenden Buch "Das magische Reich” handelt es sich um eine weiter Fortsetzung des Enwor-Zyklus, der von Wolfgang Hohlbein verfasst wurde. Dieser Band jedoch stammt aus der Feder von Dieter Winkler, der diese Welt einst mit dem großen Meister der Fantasy entwickelt hat.

Nach bekannten Gestalten sucht der Leser jedoch vergeblich - im Mittelpunkt des Buches steht der junge Daart, ein bislang völlig unbekannter Charakter. Das finde ich höchst bedauerlich, schließlich hatte Skar, die Hauptperson aller übrigen Bände, eine junge und sehr sympathische Tochter, die sich als neue Identifikationsfigur förmlich aufgedrängt hat.
Stattdessen wird die Handlung weiterhin aus männlicher Sichtweise erzählt. Der junge Daart scheint mir eine schlecht getroffene Kopie Skars zu sein - er ist ein Krieger derselben Organisation, er spricht gelegentlich mit einer Art zweiter Persönlichkeit, die in seinem Inneren wohnt, aber er ihm fehlt einfach die kompromisslose, harte Art seines Vorgängers und auch von dem unglaublichen Sarkasmus, der mich immer wieder schmunzeln ließ, ist nichts geblieben. Alles, was übrig ist, ist eine facettenlose Persönlichkeit und damit kommt der junge Daart noch weitaus besser weg, als die übrigen Akteure, die einen bestenfalls schemenhaften Eindruck hinterlassen.

Der Beginn des Buches stellt sich keinesfalls als atypisch für einen Fantasyroman dar: Daart ist in seiner Funktion als Satai-Sjen, was so eine Art Krieger in Ausbildung zu sein scheint, zusammen mit seiner Kollegin Carnac und einem gnomenhaften, ortskundigen Führer in einer Art Geheimauftrag unterwegs. In chaotischen Zeiten, in denen das Reich Enwor in Gefahr ist, unterzugehen, sollen die beiden die geheimnisumwitterte Essenz des Lebens besorgen.
Sie verirren sich in einem Schneesturm, stürzen dann ab und Carnac geht verloren, während Daart sich in einem Dschungel wiederfindet. Dort begegnet er dann der Prophetin Irana, die sein Schicksal zu kennen scheint.
So weit, so gut. Aber ab hier wird die Handlung nur noch konfus. Nubina, ein weiblicher Bösewicht, taucht auf und mit ihr eine Schreckensgestalt aus Daarts Vergangenheit, Zar´toran. Dieser wollte einst Daart als Menschenopfer darbringen, hat dabei zwar versagt, aber Daarts bester Freund kam auf eben diese Weise ums Leben. Dieser taucht plötzlich als missgestalteter Zombie auf. Durch Psychotricks ziehen Nubina und Zar´Toran Daart für einige Zeit auf ihre Seite.
Irana und ihre Verbündeten haben wiederum völlig andere Pläne mit Daart und zwar muss er verhindern, daß Nubina an die Essenz des Lebens kommt.
Als sich dann noch herausstellt, das verschiedene Menschen ein und dieselbe Person sind, dann aber doch alles Täuschung war und wieder andere Gestalten unterschiedlichen Namens zusammengehören, ist man als Leser endgültig verloren.
Es scheint so, als versuche Dieter Winkler ein für Hohlbein typisches Stilmittel mit Gewalt an die Spitze zu treiben, mit einem unerfreulichen Resultat:
Die Hauptperson ist verwirrt, der Leser ratlos und es drängt sich der Verdacht auf, dass auch der Autor längst den Überblick über seine eigenen geistigen Ergüsse verloren hat.
Zwar ist der Roman her als pures, wenig geistreiches Abenteuer durchaus "genießbar”, allerdings wäre nochmaliges Überarbeiten vor der Veröffentlichung und Beseitigung einiger Unklarheiten durch Streichung allzu verwirrender Szenen sicher kein Fehler gewesen