Schon beim groben Durchblättern
kann man sehr deutlich erkennen, dass vor allem Kämpfe die Handlung -
sofern man bei vorliegendem Manga überhaupt von einer solchen
sprechen kann - bestimmen.
Auf den ersten Seiten wird der Leser von diversen Informationen
geradezu erschlagen, angefangen von einer ausführlichen
„Chronologie des Raumzeitalters“, über eine recht detaillierte
Schilderung „Was bisher geschah“, bis hin zu einer Vorstellung von
etwa zwei Dutzend Charakteren. An und für sich sind solche Erklärungen
ja wünschenswert, aber spätestens bei Nennung der fünften
Jahreszahl und des zehnten Namens reicht es - vor allem angesichts
dessen, dass es sich sonst um recht seichte Unterhaltung
handelt.
Der grobe Inhalt sieht etwa so aus: In der Zukunft hat sich eine
Kolonie der Erde, das selbsternannte Herzogtum Zeon, für unabhängig
erklärt, was einen schrecklichen und verlustreichen Krieg zur Folge
hat. Und im vorliegenden Band ist - wie bereits erwähnt - außer den
ausgedehnten Kämpfen nicht sehr viel Handlung zu entdecken.
Seitenweise wird unter Verwendung diverser Kampfgeräte - wobei vor
allem von innen durch einen Piloten gesteuerte Riesenroboter im
Mittelpunkt stehen, die sogenannten „Mobile Suits“ - aufeinander
losgegangen, oft mit absurdesten Geräuschlauten als einziger Text.
Trotz der im Vordergrund stehenden Action fällt es schwer, von
wirklicher Spannung erfasst zu werden, da man von den ohnehin viel zu
zahlreich vorhandenen Charakteren neben den ganzen technischen
Monstrositäten nur sehr wenig zu sehen bekommt. Kein Wunder, dass die
Protagonisten ausnahmslos farblos bleiben und so gut wie keine
Identifikationsmöglichkeiten bieten, zudem auch niemand über
wirklich herausstechende Charakterzüge zu verfügen scheint. Egal, ob
sie gerade einer Trauerfeier für gefallene Kameraden beiwohnen, ihnen
der Kampfjet, in dem sie sitzen, gerade zur Hälfte weggeschossen
wurde oder wieder einmal ein paar Kraftausdrücke durch die Gegend
gebrüllt werden - der Gesichtsausdruck der Comicfiguren ist immer
gleich ausdruckslos. Eine Tendenz, die sich auch bei den Lesern dieser
wahrlich nicht mitreißenden Lektüre einstellen wird.