Der erste optische Eindruck
ist schon mal gut: Infinity´s End ist ein durchgehend in Farbe
gehaltener, auf Hochglanzpapier gedruckter Comic und macht sich
dementsprechend gut im Sammlerregal.
Doch wird der Fan hier auf
derartig bekannte Charaktere wie Luke Skywalker oder Darth Vader
vergeblich warten. Hauptperson des vorliegendes Bandes ist Quin, ein
Jediritter, den der Rat auf den Planeten Dathomir geschickt hat. Ob
der Typ mit der seltsamen Dreadlock Frisur und den gelben Streifen im
Gesicht Sympathie erweckt, sei dahingestellt, aber zumindest kann man
die Charaktere aufgrund ihrer markanten Outfits gut voneinander
unterscheiden, was bei derartigen Publikationen keine Selbstverständlichkeit
ist.
Dieser Planet ist von der
dunklen Seite der Macht durchdrungen - auf ihm leben Frauen, die sich
selbst als Hexen bezeichnen und die die Macht ebenso wie die
Jediritter hervorragend im Kampf einzusetzen vermögen. Sie sind
absolut skrupellos, machthungrig, lieben sadistische Spiele und halten
Männer ausschließlich als Sklaven. Nicht umsonst lautet ihr
Lieblingsspruch: „Hexen vergeben nie.“
Quin lässt sich zum Schein gefangen nehmen. Als Sklave muss er
Schwerstarbeit beim Ausgraben eines alten Tempels leisten,
gleichzeitig sitzt er damit aber an der Quelle, um herauszufinden,
warum den Hexen so viel dran liegt. Er freundet sich dabei mit einem
anderen Sklaven an, einem Vertreter einer Spezies, die ihr Skelett außen
am Körper trägt, doch trotz seines nicht gerade vertrauenerweckenden
Äußeren erweist dieser sich als wertvoller Verbündeter.
Eine weitere Person erweckt Quins Interesse: Die junge Ros Lai, eine
Hexe, die wegen ihres missgestalteten Äußeren von ihren eigenen
Leuten verhöhnt wird - obwohl sie die Tochter der Herrscherin Zalem
ist. Quin spürt sofort, dass sie ein Geheimnis umgibt...
Er hält es jedoch nicht
lange als Sklavenarbeiter aus, legt sich mit den Wachen an, soll aus
Strafe an einen riesigen Wurm verfüttert werden, tötet diesen und
erweckt so das Interesse der Hexen. Fortan soll er einer gefährlichen
und schwierigen Aufgabe nachgehen, nämlich der eines Reptilienhüters.
Die Hexen brauchen die saurierartigen Tiere nämlich, um mit deren
abgeschnittenen Klauen die Maschinen ihrer Vorfahren zu bedienen!
Natürlich erweist sich Quin als echter Tierschützer, der dem
grausamen Treiben gleich einmal mit seinem Laserschwert - das ihm
erstaunlicherweise während seiner Gefangenschaft niemand abgenommen
hat - Einhalt gebietet.
Doch der wahre Kampf gegen die dunkle Seite der Macht - die Quin als
Anhänger des Lichts natürlich ablehnt, die jedoch gleichzeitig eine
ungeheure Faszination auf ihn ausübt - hat erst begonnen!
Der vorliegende Band bietet
trotz einiger nicht ganz logisch durchdachten Szenen ein spannendes
Lesevergnügen. Die Bilder sind hauptsächlich in Braun-, Rot- und
Gelbtönen gehalten, dann wieder von Blau dominiert und folgen somit
der Tradition der ursprünglichen Filmtrilogie. Trotz neuer Charaktere
kommt bei markigen Sprüchen wie „Möge die Macht mich leiten!“
echtes Star Wars Feeling auf!