Mit "Die Teufelin" eröffnet
Wilfried A. Hary die Horror Reihe seines Verlags. Es handelt
sich um einen Heftroman, der einfach aufgemacht ist, jedoch
dafür mit zweierlei besticht: Zum einen mit einem guten
Preis-Leistungsverhältnis, zu anderen hat es auch für den
Leser einen gewissen Charme, wenn er im Vorwort höflich
begrüßt und ihm eine Kontaktadresse nicht vorenthalten
wird.
Hauptperson dieses Romans ist
Rose Carmichael. Sie ist verheiratet, doch es ist keine glückliche
Ehe, da ihr Mann Edward sie nie geliebt hat. Er war von
Anfang an nur auf ihr ererbtes Geld aus und als wäre das
nicht genug, verjuxt er das meiste davon mit Prostituierten
und lässt keine Gelegenheit aus, seine Frau zu demütigen.
Als er ihr schließlich eröffnet, dass er sie verlassen und
zu dem Zweck mit ihrem vorher beiseite geschafften
restlichen Geld untertauchen will, zeigt die sanfte Rose
eine ganz andere Seite von sich: Sie sperrt Edward in den
Keller. Damit will sie ihren fettleibigen Mann besonders
treffen und sie quält ihn zusätzlich damit, dass sie vor
seinen Augen hinter Glas Mahlzeiten zubereitet.
Ihr Plan geht voll auf. Edward
leidet Höllenqualen, während sie vor der von ihr selbst
wegen einer Vermisstenanzeige gerufenen Polizei das
Unschuldslamm spielt. Die Polizei weiß bereits von Edwards
Freunden, dass er untertauchen wollte und die von ihm
leergeräumten Konten erhärten den Verdacht zusätzlich. Wäre
da nicht seine Komplizin, die Verdacht geschöpft hat ...
In dem in sich geschlossenen
Roman wird dieser Fall recht eindringlich geschildert. Dank
der Kürze ist das Heft ideal für Zugfahrten oder einfach für
zwischendurch.
Allerdings fehlt hier das für
Horror ansonsten typische phantastische Element, was jedoch
das Lesevergnügen an und für sich nicht stört, ganz im
Gegenteil: Erschreckt uns denn nicht ein Fall, der sich in
unserer Nachbarschaft abspielen könnte, mehr als eine
irreale Geschichte über Vampire und Werwölfe?